Wochenende

Liebe Leser,

ich wünsche Euch allen ein wunderbares Wochenende, Zeit zum Erholen und viel Kraft für die nächsten Wochen – seien es nun Ferien, Prüfungsphasen oder schlicht „Alltag“… !

Verzeichnisse einfügen

Auch das schönste Wochenende mit Schlitten fahren, Winterfeuer, Schneeballschlacht, guten Büchern, jeder Menge Brettspiele und kleinen kichernden Kindern geht einmal vorbei. Da hat sie uns dann auch wieder, die neue Woche. Momentan herrscht die Zeit der Hausarbeiten. Daher hier eine kurze Anleitung zum Thema:

Wie füge ich in einer Hausarbeit ein Inhaltsverzeichnis ein?

Das ist tatsächlich ganz einfach und besteht im wesentlichen aus drei Schritten. Zur Vorbereitung sollte man das Schreibprogramm seiner Wahl öffnen. In meinem Fall ist das Word für Mac:

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Schritt 1: Wir schreiben ein paar Überschriften und formatieren Sie dann mit den Fomatvorlagen Überschrift 1, Überschrift 2 usw. Dabei ist erstere die höchste Überschriftenebene, alles andere ordnet sich dem unter. Zum Formatieren nehmen wir einfach den Button oben rechts (oder wählen Format –> Formatvorlagen):

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Schritt 2: Nun geht es ans Einfügen des Verzeichnisses. Dazu wählen wir bei Einfügen –> Index und Verzeichnisse –> Inhaltsverzeichnis und können dann noch die von uns gewünschte Form aussuchen:

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Schritt 3: Wir können das Verzeichnis nun einfach markieren und an die Stelle des Dokumentes ziehen, an der es sinnvoll ist. Wenn wir die Arbeit schreiben, fügen wir einfach zwischen den Überschriften den Text oder auch die ein oder andere neue Überschrift ein. Zum Aktualisieren des Inhaltsverzeichnisses müssen wir dann lediglich mit Rechtsklick im Bereich des Verzeichnisses den Befehl Felder aktualisieren auswählen und dann je nach Bedarf eine der erscheinenden Optionen wählen:

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Das Inhaltsverzeichnis erscheint immer grau hinterlegt, wenn es mit Rechtsklick „aktiviert“ wurde.

Und das war schon der ganz Zauber. Eigentlich nicht weiter schwer – hat aber eine tolle Wirkung, da man nicht immer wieder überprüfen muss, ob das Verzeichnis stimmt. Außerdem sieht es ordentlich aus und man spart eine Menge Zeit beim Formatieren.

Viel Erfolg bei allen anstehenden Hausarbeiten! Wenn es Hilfebedarf gibt, dann greife ich gern unter die Arme.

Mit Anlauf!

Genauso geht es los, das Jahr 2017. Ich wünsche allen, dass es ein lebenswertes Jahr wird.

Wir schaffen uns weiterhin Höhepunkte mit dem 02. Holzbläserworkshop . Mittlerweile haben wir die Flyer alle da. Sobald dann die Plakate gedruckt sind, wird auch damit kräftig die Webetrommel gerührt.

Und sonst? Kommen nach langer Stagnation endlich wieder Schübe für mein Kinderbuch. Mal schauen, ob sich der Plan, im November 2017 ein fertiges Buch in den Händen zu halten, erfüllt…
Definitiv werden im Februar wieder Geschichten erzählt und vertont. Dazu geht es für eine Woche in die Trickfilmwerkstatt in Dresden. Der Fantasia e.V. stellt sich hier vor und bittet hier um Unterstützung, damit auch die diesjährige ANIMA wieder ein voller Erfolg wird.

Wer selbst den ein oder anderen Text  benötigt, kann sich weiterhin gern an mich wenden. Auch das Lektorat bereits vorhandener Texte übernehme ich gern.

Nikolaus + 36 Stunden

Da ist sie also, die Weihnachtszeit. Ich sitze mit Tannenbaumohrringen am Computer und selbst sonst so lästige Dinge wie Stau lassen mich kalt. Eigentlich habe ich die Kälte in den vergangenen Tagen sogar richtig genossen. Wenn dann das Kind beim morgendlichen Gang zum Auto auch noch so entzückende Dinge sagt wie „Mama! Schau mal, wie das glitzert! Ist das Eis? Kann ich das mit in den Kindergarten nehmen?“, ist meine fröhliche Alle-Jahre-Wieder-Stimmung nicht mehr einzudämmen.

Selbst die fiese Erkältung, die mich ohne Stimme, dafür aber mit Kopfweh für ein paar Tage ins Bett verbannt hat, hat dem keinen Abbruch getan. Momentan heißt es also: Verpasstes nacharbeiten, texten, Weihnachtslieder trällern, Konzerte planen, hoch konzentriert Materialien entwerfen und mich wahnsinnig darüber freuen, wenn sie gut ankommen.

Ein Highlight in den letzten Tagen war auch der Nikolaus. Der hat mir nämlich meine schon seit fast zwei Jahren kaputte Uhr repariert und in meinen Stiefel gesteckt. Sehr aufmerksam von ihm.

Was es so neues gibt

Hallo,

ohne Überschlag und neue Abzweigungen scheint es bei uns kaum abzugehen. Irgendwie scheint manchmal jeder Tag Montag zu sein. Aber der Reihe nach:

Der Workshop war ganz oberphantastisch! Und der nächste Holzbläserworkshop ist schon in Planung. Meldet Euch an!

Die Weihnachtsvorbereitungen – sowohl beruflich als auch privat – laufen an.

Es wurden Animationsfilme von jungen Künstlern vertont. Es ist inspirierend und geht unter die Haut, wenn eine Menge junger Menschen wie die Bienen arbeiten und nach einer Woche fertige Kurzfilme zu bieten haben.

Die ersten Zeilen vom Kinderbuch sind geschrieben, das grobe Konzept steht.

Und dann ist da noch das riesen Projekt, das ich mir an Land gezogen habe. Oder das mich geangelt hat. So ganz geklärt ist das Abhängigkeitsverhältnis da noch nicht.

Selbstverständlich wächst und gedeiht auch die Schreibwerkstatt.

Es ist doch eine Freude, wenn alles wächst…

Metaebene vs. Metakommunikation – Teil 2

Das Wort Kommunikation stammt aus dem Lateinischen. Hier bedeutet communicatio soviel wie Austausch.

Kommunikation stammt aus dem Lateinischen communicare und bedeutet „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“. In dieser ursprünglichen Bedeutung ist eine Sozialhandlung gemeint, in die mehrere Menschen (allgemeiner: Lebewesen) einbezogen sind. Wesentliche Aspekte dieser Sozialhandlung sind zum einen Anregung und Vollzug von Zeichenprozessen und zum anderen Teilhabe, in der etwas als etwas Gemeinsames entsteht (lateinisch communio: „Gemeinschaft“, communis: „gemeinsam“).

QUELLE: Tatsächlich… Wikipedia

Die ersten drei Übersetzungen für Kommunikation sind sofort einleuchtend. Auch in unserem Sprachgebrauch nutzen wir sie häufig. Wir teilen beispielsweise unsere Freude über die Geburt eines Kindes. Es fällt uns leicht, anderen Termine mitzuteilen. Wir lassen andere Menschen an unseren Gefühlen teilnehmen. Damit das funktioniert, teilen wir Informationen mit diesen Menschen. Dabei machen wir diese Informationen zu etwas, das uns mit unserem Gegenüber vereint. Wir können uns Informationen gemeinsam machen, indem wir sie mitteilen. Hier steckt schon in der Wortherkunft etwas großes: Kommunikation ist wie ein Festessen, bei dem der Tisch immer ausreichend gedeckt ist. Jeder hat Zugriff auf alle Speisen. Jeder kann sich beliebig nachschenken.

ABER: Was ist, wenn einer Gänsebraten wünscht und stattdessen den Fisch gereicht bekommt? Welche Folgen hat es, wenn einer absichtlich Wasser für Wein verkauft? Wie ist damit umzugehen, wenn der nächste gedanklich abschweift und statt nach dem Salzsäckchen zur Zuckerschale greift? Oder wenn nur einige Ausgewählte wissen, welche Suppe als Vorspeise gereicht wird?

Das Festmahl wird schon bald keine ungetrübte Freude mehr bereiten. Im schlimmsten Falle gerät es zu einem Spießrutenlauf für jeden Teilnehmenden. Bis schließlich keiner mehr mit den anderen an einem Tisch sitzen und essen möchte.

Kommunikation kann ganz ähnlich beeinträchtigt sein. Missverständnisse können verunsichern, verletzen oder gar zu erbittertem Streit führen. Täuschungsmanöver sind unfair und intransparent. Wer nicht bei der Sache ist, verliert schnell den Roten Faden – oder hört Botschaften, die er gar nicht bekommen sollte. Mit exklusiven Informationen können sich Gruppierungen von anderen abheben. Manchmal wird Kommunikation also auch dazu genutzt, elitäre Zustände zu schaffen oder aufrecht zu erhalten. Schon hier wird klar, dass nicht jeder alles vorbehaltlos mit anderen Menschen teilt. Damit ist klar, dass die Gemeinschaft durch Kommunikation entsteht – und gelungene Kommunikation eben auch erst durch eine gute Gemeinschaft möglich wird. Eines sollte stets klar sein:

Man kann nicht nicht kommunizieren.

…postuliert PAUL WATZLAWICK in einem seiner Axiome zur Kommunikation…

Ausgehend davon, dass das Kernstück der Kommunikation das Teilen ist und das geteilte Gut Informationen sind, wird klar: Wir Menschen sind ständig damit beschäftigt, Informationen zu teilen. Genauer gesagt: Wir senden und empfangen ununterbrochen Informationen. Verbal und nonverbal.

An dieser Stelle bediene ich mich gern der Informationstheorie:

Der Begriff der Kommunikation ist in der Informationstheorie durch das Sender-Empfänger-Modell geprägt: Informationen werden in Zeichen kodiert und dann von einem Sender über einen Übertragungskanal an einen Empfänger übertragen. Dabei ist es wichtig, dass Sender und Empfänger dieselbe Kodierung verwenden, damit der Empfänger die Nachricht versteht. Die Informationstheorie geht aber über das (syntaktische) Sender-Empfänger-Modell hinaus: die Bedeutung und der Informationsgehalt sind immer von dem semantischen Kontext einer Übertragung abhängig.

QUELLE: noch einmal…

Übertragen auf eine Kommunikationssituation unter zwei Personen A und B heißt das: Person A (der Sender) hat eine Information, die Person B (der Empfänger) bekommen soll. A legt sich nun Worte zurecht, die seine Information präzise und vollständig wiedergeben. Dann sagt er diese Worte. Genau hier findet die Übertragung statt. Person B hört die Worte von A und entschlüsselt sie für sich. Im Idealfall stimmen die von A gesendete Botschaft und die von B empfangene Information überein. Als typisches Beispiel für dieses Modell wird folgendes kleine Kommunikationsexperiment angesehen:

„Malen Sie auf ein Blatt Papier fünf Symbole in willkürlicher Anordnung. Beschreiben Sie nun Ihrem Gegenüber Ihr Bild. Er oder sie soll nach Ihrer Anweisung Ihr Bild  nach malen. Vergleichen Sie nun Ihre Skizzen.“

QUELLE: Sprecherziehung im Studium

Ich durfte es selbst ausprobieren. Schon am Begriff Halbmond schieden sich die Geister. Ich malte brav einen Halbkreis. Beim Vergleichen kam heraus, dass es sich um einen Sichelmond (mit einer gebogenen Bananenform) handelte. Ich hätte das Gebilde definitiv als solches bezeichnet und damit klar von einem Halbmond abgegrenzt. In meiner Gruppe von insgesamt vier Studenten war ich die einzige, die das so sah.

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Links das, was ich unter dem Begriff Halbmond verstehe. Rechts das, was mein Kommilitone gemeint hatte…

Hier wird deutlich: Kommunikation ist extrem störanfällig. Wenn es Abweichungen gibt zwischen den verwendeten Worten und den damit verschlüsselten Informationen, sind Missverständnisse vorprogrammiert. Um eine Botschaft eins zu eins zu übertragen, sollte Einigkeit über die Bedeutung der verwendeten Begriffe herrschen. Damit ist es wahrscheinlicher, dass Person B auch wirklich die Informationen erhält, die Person A beabsichtigt, ihm zu geben. Wieder anders ausgedrückt: Wenn die zum Austausch verwendeten Begriffe klar sind, wenn schon darüber eine Einigkeit herrscht, dann wird auch die aktuelle Information zu einer gemeinsamen Sache – zu etwas, was A und B gemeinschaftlich verbindet.

In meinen Augen ist es daher eine gute Sache, klare Kommunikation anzustreben. Was verstehe ich unter klarer Kommunikation?

Unter klarer Kommunikation verstehe ich einen Informationsaustausch, bei dem die empfangene Botschaft mit der gesendeten Information identisch ist.

Ich postuliere diese Art des Informationsaustausches für mich als erstrebenswert. Warum genau und wie ich klare Kommunikation realisieren möchte und streckenweise auch schon realisiere, lest ihr demnächst hier :o)

Für Kommentare, Hinweise, Meinungen usw. bin ich wie immer sehr dankbar :o) Sollte ich hier komplett den Roten Faden verloren haben, macht mich ruhig darauf aufmerksam. (Die Kommentarfunktion findet ihr neben dem Titel des Beitrages, den ihr kommentieren wollt.)

 

Metaebene vs. Metakommunikation – Teil 1

Klare und ehrliche Kommunikation sind mir sehr wichtig. Ich glaube, jeder hat schon erlebt, dass Gesagtes ganz anders gemeint war, als es der reine Wortlaut vermuten ließ oder bisweilen lässt. Dann ist man angewiesen darauf, zwischen den Zeilen lesen zu können. Vielleicht auch bewusst mit verschiedenen Ohren zu hören.

Bevor der Eindruck entsteht, ich ginge davon aus, dass ich dies sowohl als Sprechende als auch als Hörende voll beherrschte, möchte ich kurz einhaken: Ich beherrsche diese Kunst nicht. Ich übe mich so oft es geht darin. Es gibt Tage, an denen es mir gut gelingt und solche, an denen ich mich selbst – auf jeden Fall in der Rückschau – als wandelnde Kommunikationskatastrophe einschätze.

In den folgenden Beiträgen werde ich versuchen, folgende Fragen zu klären:

  • Was verstehe ich unter klarer Kommunikation?
  • Warum ist sie für mich so wichtig?
  • Wie glaube ich, sie erreichen zu können ?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für meinen Umgang mit Kommunikation (also für Gespräche, Telefonate, SMS, WhatsApp-Nachrichten, E-Mails, Briefe….)?
  • Inwiefern kann ich mich anpassen, um es höchste Maß an Verständnis für meine Botschaften bei meinem Gegenüber zu erzeugen? Wie sorge ich dafür, dass mein Gesprochenes deckungsgleich ist mit dem von mir Gemeinten?

Ich möchte mich gerade mit diesem Thema auseinandersetzen, weil es mich immer wieder fasziniert und für mich immer wieder zu Konflikten führt. Ich reibe mich selbst oft auf, wenn ich über ein Gespräch nachdenke, dass ich geführt habe oder noch führen will. Oder wenn eine Textnachricht irgendwie völlig anders interpretiert wird, als ich es beabsichtigt hatte. Da ich in der letzten Zeit wieder vermehrt Probleme damit hatte und habe, möchte ich mich wieder einmal mit dieser Thematik auseinandersetzen. Es wird damit also vielleicht ein klein wenig grüblerisch hier auf meinem Blog… Folgt mir ein Stück, lest mit – und hinterlasst gern einen Kommentar :o)

Hinter dieser Tür…

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… verbirgt sich mein neues Büro. Seit vergangenem Montag bin ich stolze Besitzerin des Schlüssels und seitdem fast täglich damit beschäftigt, Möbel zu organisieren und mich einzurichten. Der Raum befindet sich in Dresden Mitte in einem großen Bürokomplex. Die Aussicht in der sechsten Etage ist wirklich toll. Und dank Fahrstuhl ist sie auch gut zu erreichen. Eben sitze ich also an meinem neuen Schreibtisch, den wir gestern nur über die Straße getragen haben. Ein Büro um die Ecke hatte da etwas übrig… Ich bin ganz platt – so einen großen Schreibtisch habe ich noch nie gehabt.

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Neben einem „normalen“ Schreibtisch habe ich mir auch einen anderen Wunsch erfüllt: Ein Stehtisch. Eigentlich ist es nichts anderes als eine hohe Kommode, die mich schon lange begleitet. Jetzt steht sie hier und ich kann beliebig zwischen Sitzen und Stehen wechseln. Je nachdem, welche Haltung mir zum Arbeiten gerade lieber ist.

Der Raum ist auch groß genug, um Gäste zu empfangen. Schon in zwei Wochen wird nach Plan alles soweit fertig sein, dass ich einen Großteil meiner Arbeit von hier aus erledigen kann. Für die Pause zwischendurch steht ein Sofa bereit. Eine Kaffeemaschine kommt noch. Und auch ein Teil meiner Bücher. Schreiben und lesen stehen für mich in einem unmittelbaren und engen Zusammenhang. Ich kann mir das eine ohne das andere kaum vorstellen und greife auch zu Hause immer wieder zu Büchern, wenn ich gerade einen gedanklichen Hänger habe. Zweifellos werden es mir die Bücherregale zu Hause danken. Die platzen nämlich so langsam und mittlerweile haben wir schon in jedem Zimmer kleine Bücherhaufen platziert ;o)

Ich gehe dann mal einen Schluck Sekt trinken auf mein Räumchen…

 

Von der Katze die auszog, ein Katzer zu werden

Immer wieder merke ich, dass ich mit der deutschen Sprache an Grenzen stoße. Vor einer Woche bin ich darauf gekommen, wie unzulänglich Bezeichnungen für Tiere mitunter sind.

Bei einem Abendspaziergang erschrak ich unheimlich vor einer Katze. Sie saß auf einer Mauer und sprang kurz vor mir auf die Straße. Dank der Straßenbeleuchtung warf sie einen Schatten, der sie wesentlich größer und massiger erscheinen ließ, als sie war.
Als der erste Schreck verklungen war und mein Herzschlag sich dann doch wieder beruhigt hatte, kamen mein Freund und ich sofort ins Gespräch darüber.
„War doch nur eine Katze“, meinte er.
„Das war nicht nur eine Katze“, entgegnete ich, „sondern ein riesiges gemeines Riesentier, das mich fast gefressen hätte!“*
„Also eine Riesenkatze?“
„Nein.“
„Eine Großkatze?“
„Nein, es war ja nun mal auch kein Tiger oder Löwe. Und bevor Du das vorschlägst – es war auch kein kleiner Tiger, der doch nur spielen wollte“, erklärte ich. Wir hingen dann jeder ein paar Augenblicke unseren Gedanken nach.
„War es vielleicht eine Schattenkatze?“, versuchte er zu definieren. Er revidierte sich gleich selbst – Schattenkatzen gibt es schließlich in Deutschland nur höchst selten und uns war nicht kalt geworden. Das passiert aber ausnahmslos immer, wenn ein Mensch in die Nähe einer Schattenkatze kommt.**
„Es war ein Katzer!“, triumphierte ich gleich darauf.
„Kein Kater?“
„Nein, ein Katzer. Die können sowohl männlich als auch weiblich sein. Man sagt einfach ´das Katzer´, da ist das Geschlecht dann auch egal“, erklärte ich.
„Und warum können wir dann nicht einfach sagen, dass Du Dich vor einer großen Katze erschreckt hast?“
„Weil mir das nicht ausreicht. Ich meine, mit Adjektiven können wir alle um uns werfen. Aber manchmal brauchen wir doch eine Bezeichnung für ein Lebewesen oder eine Sache, die nicht nur aus Adjektiv und Substantiv besteht. Und dann ist es hilfreich, wenn es ein Wort gibt, welches die Sache präzise auf den Punkt bringt. Wir wissen doch auch beide, was eine Schattenkatze ist. Das können wir zwar auch ewig lang umschreiben, müssen wir aber nicht. Mit ´Katzer´ ist es jetzt genauso“, antwortete ich ihm. Meine Erklärung leuchtete ihm offenbar ein.***

Seitdem fallen uns immer mehr solcher Begriffe ein. Zum Beispiel „das Fi“ für den dicksten Fisch im Teich. Wir haben auch festgestellt, dass es hilfreich sein kann, wenn man diese Wörter besonders tief ausspricht.

Sicher, das sind Spielereien. Aber sie erinnern mich immer wieder daran, nach neuen Worten in meiner Muttersprache zu suchen und mich mit einer Erklärung oder Definition erst dann zufriedenzugeben, wenn sie wirklich präzise und eindeutig ist. Die deutsche Sprache scheint mir oft arm, wenn ich unzulängliche Begriffe höre, lese oder schreibe. Manchmal verzweifle ich fast an dem Versuch, eine Sache auf den Punkt zu bringen, weil mir die Wörter fehlen. Unterhaltungen wie die beschriebene helfen mir aber dabei, weiterzumachen. Ich darf mit meiner Sprache spielen und sie weiterentwickeln. Dann kann sie doch gar nicht so arm sein, oder?!

Über Kommentare und Gedanken dazu würde ich mich wie immer sehr freuen :o)

 

* Ja, meine Phantasie ist sehr lebhaft.
** Wir haben beide eine lebhafte Phantasie.
*** Wir haben gemeinsam Spaß an unserer Muttersprache und erweitern sie gern.